Was sind komedogene Inhaltsstoffe?

Montag, 20. April 2020

Was sind komedogene Inhaltsstoffe?

Die Komedogenität eines Stoffes gibt an, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für Hautunreinheiten bei der Anwendung ist. Vor allem für Personen mit öliger oder Mischhaut ist das wichtig.

Was bedeutet komedogen?

Die wenigsten Menschen werden mit dem Begriff “komedogen” etwas anfangen können. Kein Wunder, wird der Begriff doch auch im Alltagssprachgebrauch überhaupt nicht verwendet. Im Grunde bezeichnet der Begriff Komedogenität die Eigenschaft eines Inhaltsstoffes oder Produktes, die Poren zu verstopfen, was in weiterer Folge zu Hautunreinheiten und Mitessern führen kann.

Führen komedogene Produkte immer zu Hautunreinheiten?

Nein. Die Komedogenität eines Inhaltsstoffes gibt nicht an, ob Hautunreinheiten die Folge sind oder nicht. Man kann Inhaltsstoffe und Produkte nicht in “komedogen” und “nicht komedogen” einteilen. Stattdessen geht es mehr um eine Wahrscheinlichkeitsskala, auf der sich alle Produkte befinden. Manche Stoffe wirken eher komedogen, andere weniger.

Das heißt aber nicht, dass ein stark komedogenes Produkt auch wirklich zu Hautunreinheiten führt. Schließlich ist jeder Mensch anders und so reagiert auch die Haut immer unterschiedlich. Ausprobieren ist gefragt.

Eine Komedogenitätskala (siehe weiter unten) ist für Menschen hilfreich, die ständig mit unreiner Haut zu kämpfen haben. Vielleicht verwenden Sie ein stark komedogenes Produkt, das der Auslöser ist und sie wissen es gar nicht.

Dazu ein Beispiel: Kokosnussöl ist eher stark komedogen, kann aber bei trockener Haut wahre Wunder bewirken, ganz ohne Hautunreinheiten. Diese können aber bei der Verwendung von Kokosnussöl bei öliger Haut auftreten.

Pflanzliche Öle: auch komedogen

Viele komedogene Inhaltsstoffe kommen in Naturkosmetik nicht vor. Es gibt nämlich unzählige synthetische Stoffe, die in herkömmlicher Kosmetik enthalten sind und komedogen wirken. Dazu gehören z. B. PEGS oder Silikone, verschiedene synthetische Tenside aber auch mineralölbasierte Fette. All diese Stoffe finden sich in Naturkosmetik nicht.

Nur, weil ein Stoff natürlich ist, heißt das nicht, dass er nicht zu Hautunreinheiten führen kann. Viele Pflanzenöle wirken auch komedogen. Diese Öle werden natürlich in vielen Naturkosmetikprodukten eingesetzt, weil sie die Haut intensiv pflegen. Sie können aber die Poren verstopfen. Hier hilft nur ausprobieren. Je besser ich meine eigene Haut kenne, desto einfacher kann ich Stoffe vermeiden, die bei mir Hautunreinheiten auslösen. Am Anfang kann man sich an Listen halten, wenn es darum geht, verschiedene Produkte auszuprobieren und zu testen.

Komedogenitätsskala für verschiedene pflanzliche Öle

Vor allem Personen mit Mischhaut oder eher öliger Haut sollten auf die Komedogenität von Inhaltsstoffen und Produkten achten. Hier ist eine Liste mit ein paar Inhaltsstoffen und ihrer komedogenen Wirkung. Je höher die Zahl, desto stärker die Komedogenität.

  1. Stufe:
    Arganöl
    Bienenwachs
    Granatapfelkernöl
    Hagebuttenöl
    Jojobaöl
    Neemöl
    Sheabutter
    Sonnenblumenöl
    Squalan
    Traubenkernöl
    Wildrosenöl
  2. Stufe:
    Olivenöl
    Pfirsichkernöl
    Sesamöl
  3. Stufe:
    Kakaobutter
    Kokosbutter
    Kokosöl
  4. Stufe:
    Leinsamenöl

Kokosöl: gut oder schlecht?

Kokosöl ist ein zweischneidiges Schwert für unsere Haut. Auf der einen Seite hat es wunderbare, hautpflegende Eigenschaften, auf der anderen Seite wirkt es jedoch relativ stark komedogen. Der Grund dafür ist, dass Kokosöl aufgrund seiner Zusammensetzung nicht wirklich in die Haut einzieht, sondern eine Schicht auf der Haut bildet. Was also tun?

Wieder stellt sich die Frage, wie Ihre Haut auf Kokosöl reagiert. Sie müssen es ausprobieren. Stellen sich keine Unreinheiten ein, wenn Sie es verwenden? Dann verträgt es Ihre Haut gut und Sie können es zu Pflege bedenkenlos einsetzen.

Vor allem Personen mit normaler, empfindlicher oder zu Akne neigender Haut vertragen Kokosöl meist problemlos. Da es antibakteriell wirkt, ist es sogar sehr gut zur Pflege bei Akne geeignet.

Grundsätzlich sollten Personen mit öliger Haut, Mischhaut oder sehr trockener Haut (das Kokosöl verhindert die Aufnahme von Wasser und Lipiden) bei Kokosöl vorsichtig sein.

Aber wie gesagt: testen Sie selbst, ob Ihre Haut damit umgehen kann.